Projekt

Das Jahr 2012 kann als historisches Jahr betrachtet werden als insgesamt 6 Wolfswelpen in einer Wurfshöhle irgendwo am Calanda, dem Hausberg der Bündner Kantonshauptstadt Chur, das Licht der Welt erblickten. Dieser Wurf war der erste dokumentierte Wolfswurf seit über 150 Jahren in der Schweiz. Bis zu diesem bemerkenswerten Zeitpunkt zogen nur ab und zu einzelne, allein umherziehende Wölfe durch das Alpenland nachdem ihre Spezies Ende des 19. Jahrhunderts in der Schweiz ausgerottet worden war.

2013 entschied ich, in meine ursprüngliche Heimat zurückzukehren, um diese historische Entwicklung zu dokumentieren. Der eigentliche Anfang zu meiner Arbeit an Schweizer Wölfen fand bereits Ende der 90er Jahre statt. Damals malte ich ein Aquarell von einem einzelnen aus Italien herstammenden Wolf, der auf leisen Pfoten über die Grenze in die Schweiz gewandert war. Einige Jahre später stand ich solch einem Pionierwolf das erste Mal real Auge in Auge gegenüber und einige der ersten Fotografien überhaupt von einem frei lebenden Wolf auf Schweizer Boden entstanden. Als ich im Jahr 2012 vom ersten Wurf hörte, entfachte die Neuigkeit in mir das Begehren, meinen „Schweizer Wolfspfad“ erneut aufzunehmen. Nach insgesamt 16 Monaten harter Feldarbeit am Calanda (über 3 ½ Jahre verteilt) hatte ich genug Material gesammelt, um eine mehrteilige Dokumentarserie zu kreieren. Nach weiteren 8 Monaten Postproduktionsarbeit sind 52 kurze Episoden entstanden, die einmal pro Woche die Welt zeigen sollen, in der sich die Wölfe niedergelassen haben. Man kann sich das Ganze als eine Art Puzzle vorstellen. Jedes der 52 Teilchen trägt etwas zum Gesamtwerk bei und schliesslich ergibt sich ein komplettes, authentisches Bild vom täglichen Miteinanderleben zwischen Wolf – Mensch – Natur.

In diesem Sinne wünsche ich den Zuschauern eine lehrreiche, berührende und inspirierende (einjährige) Unterhaltung.

Herzlichst,

Peter A. Dettling